skip to Main Content

Krafttraining nach Prostataoperation – was müssen Sie wissen?

Eine Prostata-OP ist ein medizinisch komplexer Eingriff, bei der die Prostata ganz entfernt oder zumindest verkleinert wird. Betroffene Männer leiden häufig unter den Folgen der Operation. Unter anderem kann eine Inkontinenz drohen.

Deshalb kommen der Nachsorge und Rehabilitation nach dem operativen Eingriff große Bedeutungen zu. Inwieweit Sport und vor allem auch Krafttraining nach der Prostataoperation dabei hilfreich sein können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Da die Beratung und Aufklärung zum Thema von ärztlicher/therapeutischer Seite häufig weniger umfassend erfolgt, können Sie die wichtigsten Punkte hier nachlesen.

Nachsorge bei Porstataoperation

Medizinische Herausforderungen bei der Prostata-Operation

Bei Prostataoperationen stehen Chirurgen vor schwierigen Herausforderungen. Die Anatomie der Prostata mit ihrer großen Nähe zu Harnblase, zum Beckenboden und vor allem zur Harnröhre führt häufig dazu, dass die Muskulatur zur kontrollierten Abgabe von Urin in Mitleidenschaft gezogen wird.

Teilweise kann auch die Schließmuskulatur des Darms beim Eingriff beschädigt werden. Bei einer vollständigen Entfernung der Prostata ändert sich außerdem die Hormonsituation des Mannes. Das gilt insbesondere für den Testosteronhaushalt.

Diese einschneidende Veränderung kann ebenfalls zu Beeinträchtigungen des männlichen Organismus führen. Hinzu kommt, dass viele Eingriffe an der Vorsteherdrüse in einen Zeitraum fallen, der den Wechseljahren des Mannes zugerechnet wird.

In dieser Zeitspanne haben Männer ähnlich wie Frauen im weiblichen Klimakterium mit körperlichen Veränderungen zu kämpfen. Diese können von Muskelabbau bis hin zur Umverteilung von Körperfett und dem Verlust von Libido und Potenz reichen. Durch den Prostata-Eingriff können sich diese Veränderungen intensivieren.

Anatomie, Funktion und medizinische Störungen der Vorsteherdrüse

Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist ein Teil der inneren Sexualorgane des Mannes. Sie hat etwa einen Durchmesser von 4 cm und die Form einer Walnuss. Anatomisch liegt sie direkt unter der Harnblase und umschließt wie ein Ring die Harnröhre.

Außerdem grenzt die Drüse an den Beckenboden. Der Urin wird beim Mann von der Harnblase aus durch die Harnröhre, die Prostata sowie den Penis geleitet. Die Vorsteherdrüse ist an der Spermienbildung, der Ejakulation und der Hormonproduktion des Mannes beteiligt.

Unter anderem wird das in den Hoden produzierte männliche Hormon Testosteron in der Prostata in seine biologisch aktivste Form umgewandelt. Bei etwa 40 % aller Männer über 50 Jahren kommt es zu Prostatabeschwerden.

Diese reichen von gutartigen Vergrößerungen des Organs (benigne Hyperplasien) bis hin zu bösartigen Veränderungen (Prostatakrebs). Durch die sensible Lage nahe der Blase und der Harnröhre kommt es bei Prostatastörungen regelmäßig zu Beschwerden beim Wasserlassen.

Medizinisch wird dabei von einer Miktionsstörung gesprochen. In akuten Fällen kann es Betroffenen unmöglich werden, überhaupt Harn abzusetzen.

Inkontinenzvermeidung

Im Anschluss an den Eingriff steht es vor allem im Fokus, Inkontinenz zu vermeiden, beziehungsweise eine bestehende Inkontinenz nach der Operation möglicherweise wieder zu beheben.

Eine Inkontinenz wird von den Betroffenen in der Regel als besondere Beeinträchtigung der eigenen Lebensqualität empfunden. Sie ist auch eine psychische Belastung. Gerade Männern ist der Umgang und das Gespräch über Inkontinenz, Inkontinenz-Hilfsmittel und die gesamte Situation eher unangenehm.

Sie fühlen sich vielleicht in diesem Zusammenhang nicht mehr als “echter Mann” und sehen sich als hilfloses Opfer gestörter Körperfunktionen. Deshalb ist es auch wichtig, den Betroffenen das Gefühl zurückzugeben, auf diese Funktionen einwirken zu können.

Wie wir noch sehen werden, kann körperliches Training gerade unter diesem Gesichtspunkt eine sehr maßgebliche Rolle spielen.

Kummer und Sorge bei Prostataoperation

Weitere Folgen der Operation

Direkt nach dem Eingriff kann es immer wieder zu Nachblutungen kommen. Dieses Risiko verbietet zunächst eine zu intensive körperliche Belastung für einige Wochen nach der chirurgischen Maßnahme.

Wie lange körperliche Schonung angemessen ist, hängt unter anderem auch davon ab, wie umfangreich der Eingriff war. Die chirurgische Behandlung einer gutartigen Hyperplasie ist weit weniger schwerwiegend als die komplette Entfernung der Vorsteherdrüse.

Dementsprechend muss sich der Betroffene auch nicht so lange körperlich schonen. Im Zusammenhang mit chirurgischen Maßnahmen an der Prostata kann es zu weiteren Folgen kommen.

Wie gravierend diese ausfallen, hängt auch davon ab, ob beispielsweise bei Prostatakrebs zusätzlich auch eine Hormontherapie durchgeführt wird, die auf die vollständige Unterdrückung der männlichen Sexualhormone abzielt.

Andererseits wird eine vollständige Entfernung der Vorsteherdrüse häufig auch durch eine Hormonersatztherapie begleitet, um die Folgen von Testosteronmangel (Hypogonadismus) zu vermeiden.

Es ist dabei noch nicht eindeutig geklärt, ob eine solche Hormonersatztherapie das Risiko für das Wiederauftreten von Krebs fördert.

Insgesamt können durch den chirurgischen Eingriff an der Prostata Alterungsprozesse wie die Ausbildung von Osteoporose oder Muskelabbau beim Mann beschleunigt werden. Diese Veränderungen können den gesamten gesundheitlichen Zustand der Betroffenen negativ beeinträchtigen.

Muskel- und Knochenschwund sind außerdem Folgen, die häufig mit Prostatakrebs einhergehen.

Die Bedeutung von Sport und Krafttraining nach Prostataoperation

Wenn die Gefahr für Nachblutungen nicht mehr gegeben ist, kann angemessene sportliche Betätigung unter anderem auch mit Gewichtstraining die Rehabilitation nach einer Operation an der Prostata fördern.

Dabei geht es nicht nur um die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur, die einer Inkontinenz vorbeugen kann oder die Fähigkeit zum kontrollierten Harnabsatz wiederherstellen kann. Die möglichen positiven Effekte von Training und Sport nach dem Eingriff gehen weit über das Thema Inkontinenz hinaus.

Wie sich gezeigt hat, erstrecken sich positive Wirkungen von sportlicher Betätigung nach dem Eingriff nicht nur auf die möglichen Folgen des Eingriffs selbst, sondern auch auf die allgemeine gesundheitliche Situation etwa bei Prostatakrebs.

Sport und Training unterstützten den Heilungsprozess

Sport vor dem Eingriff und Krafttraining in der Rehabilitationsphase

Die Bedeutung von sportlicher Betätigung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das betrifft nicht nur den postoperativen Zeitraum. In einer Übersichtsstudie aus dem Jahr 2013 konnte festgestellt werden, dass bereits der Zeitraum vor dem Eingriff wichtig ist.

Mit bereits vor der Operation gestärkter Muskulatur fallen die Erholung und die Rehabilitation nach der chirurgischen Maßnahme leichter. Häufig konnte die Ausbildung einer Harninkontinenz auch vermieden werden. Insbesondere profitieren Patienten mit Prostatakrebs von kontinuierlicher körperlicher Aktivität vor und nach einer chirurgischen Maßnahme.

Im Zusammenhang mit Inkontinenz ist es von Vorteil, wenn nach einer Operation an der Vorsteherdrüse möglichst frühzeitig mit Beckenbodentraining begonnen wird.

Auch dabei konnte eine Studie nochmals unterstreichen, dass bereits vor der Operation trainierte Muskulatur in diesem Bereich sich vorteilhaft auf die Vermeidung einer Inkontinenz auswirkt. Nach der Operation kann es mit gezieltem Beckenbodentraining gelingen, eine möglicherweise eingetretene Inkontinenz zu beseitigen.

Positive Effekte stellten sich auch bei Patienten ein, die bei Prostatakrebs an Knochenschwund litten. Hierbei ging es insbesondere um Gewichtstraining mit einem entsprechenden Muskelaufbau.

In einer umfassenden Studie wurden die Auswirkungen von körperlicher Betätigung ab der sechsten Woche nach der OP untersucht. Die betroffenen Patienten litten unter Prostatakrebs.

Es zeigte sich, dass ein 15-Monate dauerndes Trainingsprogramm nach der Operation die allgemeine Lebensqualität, die Lebenserwartung, das Thema Inkontinenz und viele weitere gesundheitliche Aspekte der Probanden positiv beeinflusste.

Zurzeit läuft an der Sporthochschule Köln noch eine Studie, die die möglichen positiven Auswirkungen von sportlicher Betätigung bei Prostatakrebs über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Mit der Studie wurde 2019 begonnen.

Dr. Freerk Baumann von der Universität Köln hat allgemein die positiven Wirkungen einer gezielten Bewegungstherapie gerade für Krebspatienten untersucht. Für Prostatapatienten bestätigte auch er die Möglichkeiten bei der Inkontinenzvermeidung und der Steigerung der allgemeinen Lebensqualität.

Worauf kommt es beim Krafttraining nach Prostataoperation an?

Was das Beckenboden- und Schließmuskeltraining nach der Prostata-Operation angeht, weisen Experten wie der bereits zitierte Dr. Baumann auf die Effekte eines frühzeitigen Trainings sind.

Den Prostatapatienten empfiehlt er, bereits 48 Stunden nach dem Eingriff mit leichtem Training der beteiligten Muskulatur zu beginnen. Er betont, dass Training vor Prostataoperationen ebenfalls von Vorteil sein kann.

Wichtig ist es, dass beim Training der Beckenboden-Muskulatur eine genaue Einweisung in das Training erfolgt Am besten ist, wenn das durch Pflegekräfte, Ärzte oder Physiotherapeuten vermittelte Wissen vom Betroffenen auch immer wieder einmal nachgelesen werden kann.

Häufig erhalten deshalb betroffene Patienten nach der Operation entsprechende Flyer oder kleine Hefte ausgehändigt. Eine praktische Einweisung sollte aber nicht nur im Hinblick auf das Inkontinenz-Training erfolgen.

Sie ist auch bei allgemeinem Training mit Gewichten sinnvoll, um eine angemessene Intensität und sinnvolle Abfolgen zu erreichen. Was die Trainingsfrequenz angeht, empfiehlt sich für das postoperative Training eine Frequenz von zwei bis dreimal die Woche.

Nur das regelmäßige Training und die regelmäßige körperliche Aktivität versprechen Erfolg. Bis sich erste Trainingserfolge zeigen, ist Geduld gefragt. Das gilt nicht nur für das Inkontinenztraining.

Besteht bereits eine Inkontinenz nach der Operation, kann schon ein gutes halbes Jahr vergehen, bis sich wieder Verbesserungen oder sogar die vollständige Kontrolle über den Harnabsatz einstellen.

Neue Kraft und Stärke nach Prostataoperation

Sport und Krafttraining nach Prostataoperation lohnt sich!

Insbesondere Training mit Gewichten, aber auch Ausdaueraktivitäten erweisen sich in der Nachsorge von Operationen an der Prostata als vorteilhaft.

Betroffene profitieren vor allem von folgenden Effekten:

  • gesteigerte Lebensqualität
  • Inkontinenzvermeidung oder -Verbesserung
  • Muskulatur- und Knochenstärkung
  • gesteigerte Lebenserwartung bei Krebspatienten
  • Abmilderung von allgemeinen Operationsfolgen wie Schwäche und Müdigkeit
  • Ausgleich einer veränderten Hormonbalance
  • Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit

Vor allem kann die sportliche Aktivität Betroffenen auch wieder das Gefühl zurückgeben, den Folgen der OP wie auch der Erkrankung an sich (bei bösartigen Prostata Veränderungen) nicht ausgeliefert zu sein und aktiv in das Geschehen eingreifen zu können.

Insbesondere, wenn es gelingt, Inkontinenz zu vermeiden oder die Inkontinenzfolgen wieder zu beheben, ist das ein großer individueller Erfolg für betroffene Männer.

Gerade bei Krebserkrankungen kommt es für die Prognose auch für die psychische Befindlichkeit von Betroffenen an. Je mehr Lebensfreude und Lebenswillen bestehen, desto besser sind die Aussichten für eine längere Überlebenszeit.

Als Betroffener sollten Sie deshalb unbedingt bereits während der Rehabilitation alle Möglichkeiten einer sportlichen Betätigung in Anspruch nehmen. Lassen Sie sich von Ärzten und Therapeuten entsprechend beraten.

Wie unterstützen Aminosäuren den Muskelaufbau?

Machen Sie die körperliche Aktivität und auch das Training mit Gewichten nach der unmittelbaren Rehabilitationsphase zu einem regelmäßigen Bestandteil Ihres Lebens.

Ernähren Sie sich gesund und unterstützten Sie Ihre Muskeln mit lebensnotwendigen Proteinbausteinen. Aminosäuren sind für die Bildung von Muskelzellen verantwortlich und unterstützten aktiv den Muskelaufbau.

Daher kann es ratsam sein, das Muskelwachstum durch die Zufuhr eines geeigneten Präparates zu unterstützen. amino4u ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das dem Körper ein passgenaues Profil aller essentiellen Aminosäuren zuführen kann.

Presslinge oder Pulver haben die Eigenschaft, nach nur 23 Minuten im Blut zur Verfügung zu stehen. So können die Muskelfasern zeitnah auf diese für das Wachstum so notwendigen Bausteine in natürlicher Form zurückgreifen.

Wenn Sie bei einer absehbaren Operation an der Prostata bereits vor dem Eingriff mit dem Training beginnen, werden Sie ebenfalls davon profitieren. Krafttraining nach der Prostataoperation ist unverzichtbar.

Maik Thies (Fitnessfachwirt IHK)

Unser Ernährungsexperte Maik Thies arbeitet seit 2011 erfolgreich als Personalcoach und Manager für Fitness- & Freizeitanlagen im Gesundheitsmarkt.

Als Fitnessfachwirt und Weltmeister im Bodybuilding gibt er sein Wissen an Menschen weiter, die körperliche und mentale Grenzen neu definieren möchten und Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung legen. Zu seinen Kunden zählen u.a. Skeleton Atlethen Janine Becker und Alexander Gassner, Bobpilotin Stephanie Schneider, Rallye Motorsportler Sepp Wiegand etc.

Er unterstützt amino4u dabei, die Prozesse des Körpers für Sie einfach und verständlich zu erklären und Ihnen dadurch die Möglichkeit zu geben, wieder mehr Gesundheit und Lebensfreude zu erlangen.

Suche schließen
Back To Top